Pferdepsychologie Einsatzort, Vorraussetzungen, Verhalten, Bedeutung Problempferd

Pferde und Verhalten

Aufgabe der Pferdepsychologie ist es u.a., vorhandene Verhaltensstörungen zu identifizieren und zu behandeln und unerwünschtes Verhalten abzutrainieren. Hierzu wird grundsätzlich vor Ort mit Pferd und Pferdehalter / Reiter trainiert.

Bedeutung Problempferd!!

Leider ist in den letzten Jahren das Wort „PROBLEMPFERD" sehr IN geworden.Pferde kommen nicht als Problempferd auf die Welt. In der Natur wurden keine Verhaltensstörungen wie wir sie von unseren Hauspferden kennen beobachtet, weil Pferde in der Natur nicht in Konflikt-Stresssituationen geraten. Die ersten angeborene Reaktion des Pferdes bei Gefahr ist Flucht! Für Ratsuchende kann es bedeuten, dass sie ihre Einstellung zu Pferden überdencken müssen.Immer noch hört man gebräuchliche Begriffe wie : „ Unarten „ oder „ Untugenden „ , die zustande kommen von mangelnder Berücksichtigung der Zusammenhänge zwischen Umwelt und Verhalten.Dies beruht auf einer anthropomorphen Denkweise, die dem nicht „ normalen „ Pferd eine Unzulänglichkeit unterstellt.( Dies bedeutet, das wir nicht vergessen dürfen, das ein Pferd, nicht Herr der menschlichen Sprache ist. Wir dürfen nicht davon ausgehen, menschliche Emotionen oder Denkweisen auf unser Pferd zu übertragen und dann zu erwarten, das diese es versteht. )Auch ist zu nennen, das ein Großteil der Verhaltensprobleme auf inadäquate Haltungsbedingungen zurück zuführen ist.
 

Problem: Verhaltensstörungen bzw. unerwünschtes Verhalten bei Pferden:

Zu den Verhaltensstörungen und unerwünschtem Verhalten bei Pferden zählen:

  • Koppen, Weben, Boxenlaufen, Schlagen gegen Boxenwände,

  • Headshaking, Kleben, Zungenstrecken, Scharren,

  • Barrenwetzen, Gitterbeißen, exzessives Benagen von Holz,

  • Polyphagia nervosa (übermäßiges Fressen), Kot- und Erde fressen,

  • Übertriebene Fellpflege, Schweifreiben, Sattelzwang,

  • Ängste, z.B. vor Autos, LKWS, 

  • Steigen, Bocken, Beißen, Schlagen,

  • Probleme beim Trensen oder Satteln,

  • Verladeprobleme,

  • Nicht einfangen und nicht führen lassen,

  • Probleme beim Hufschmied,

  • Reitschwierigkeiten (durchgehen, steigen, buckeln),

  • Rittigkeitsprobleme,

  • Aggressionen gegenüber Artgenossen, anderen Tieren oder Menschen. u.v.m

 

Lösung: Verhaltenstraining für das Pferd mit dem Menschen

In der Regel haben wir es nicht mit sogenanten "Problempferden" oder gar mit bösartigen Pferden zu tun, sondern mit (unabsichtlich) falsch behandelten Tieren. Die Ursachen sind so vielfältig wie die sich zeigenden Symmptome, wie z.B mangelnde Kenntnis über die Pferdepsyche oder eine gestörte oder falsche Kommunikation zwischen Mensch und Pferd.

Die Lösungen für diese Probleme liegen in einer Verhaltenstherapie für Pferde, die Ihnen wissenschaftlich basierte Erziehungsmethoden und Lernstrategien für Ihr Pferd aufzeigt und mit diese mit Ihnen zielorientiert trainiert.

Denn die Tierpsychologie zeigt auch auf, dass die Verhaltensmuster des Menschen erheblichen Einfluss auf die Psyche und Persönlichkeit der Tiere haben. Aus diesem Grund muss auch immer der Mensch in das Training mit einbezogen werden. Eine Voraussetzung, die SIE deshalb erfüllen müssen: Ihre Bereitschaft, wirklich mit dem Pferd regelmäßig zu trainieren und zu üben. Denn ohne den Menschen geht es nicht.

Prophylaxe - Problemen vorbeugen.

Verhaltensproblemen von Pferden kann man bereits im Vorfeld prophylaktisch begegnen, z. b. durch pferdegerechte Haltungssysteme. Dazu gehören Weidegang, Sozialkontakte mit anderen Pferden, Vermeidung physischer Überlastung u.v.m.

Die Pferdepsychologin ist darin ausgebildet, diese Faktoren zu erkennen und zu überprüfen sowie Empfehlungen zur Verbesserung der Bedingungen zu erarbeiten. Die prophylaktische Beratung nimmt daher einen immer größen Stellenwert ein

Grundlegendes über Pferde                                                         
Bei der Gestaltung jeder Pferdehaltung gilt es die grundsätzlichen Bedürfnisse der Pferde zu berücksichtigen, aber auch jedes Pferd mit seinen individuellen Verhaltensäußerungen und auch die Vorstellungen der Reiter / Pferdebesitzer sind zu beachten.

Pferde sind Fluchttiere und benötigen Überblick um sich vor Gefahren in Sicherheit bringen zu können.

Pferde sind neugierige Tiere. Sie müssen Umweltreize aufnehmen können um geistig fit zu bleiben.

Pferde haben ein großes Kaubedürfnis. Ein Großteil des Tages verbringen Tiere damit zu kauen. Pferdhaltung sollte das unbedingt berücksichtigen. Ca. 16 Stunden verbringen Pferde damit zu fressen

Pferde schlafen im Liegen (Tiefschlaf). Beim Schlafen im Stehen können sie sich nicht vollständig erholen. Bei einer Pferdehaltung in einer Pferdebox ist darauf zu achten, dass dafür ausreichend Platz vorhanden ist.

Pferde sind nicht gern allein. Pferde sind Herdentiere.

Pferde benötigen frische Luft und Sonnenlicht.

Pferde unterteilen ihren Aufenthaltsort gerne in verschiedene Funktionsbereiche. Deshalb ist es bei der artgerechten Pferdehaltung sehr wichtig darauf zu achten, dass Raufen, Tränken und die Lösefläche für Kot und Urin räumlich getrennt sind.

Pferde sind Lauftiere, mit 1 Stunde Reiten am Tag ist dies somit nicht erledigt. Sie brauchen ausreichend Bewegung und sollten zusätzlich zum normalen Reitverfahren ausreichend Bewegung in Form von z. Bsp. Koppelgang bekommen.

 

 Für eine erfolgreiche Therapie, ist es unbedingt notwendig,dass der Tierbesitzer Geduld zeigt und bereit ist, den erarbeiteten Therapieplan konsequent durchzuführen. Die Dauer einer Therapie ist von der Art, der Verhaltensstörung, der Mitarbeit des Tierbesitzers und auch von den Eigenschaften des Tiers abhängig.